Bickell, Gustav - Psalm 18 (17)

David's Danklied für Rettung und Sieg.

Dich lieb' ich, meine Stärke,
Jehova, Rettungsburg mir;
Mein Gott und Fels, mich bergend,
Mein Schild und meines Heils Horn!
Du meine Hochburg, Zuflucht,
Mein Retter aus Gewalttat,
Ruf ich zum Herrn, Ihn preisend,
Und finde Schutz vor Feinden.

Mich schreckten Todeswogen,
Umringten Abgrunds Bäche,
Umfingen Grabes Stricke,
Des Totenreiches Schlingen.
In Not rief ich zum Herren,
Und schrie zu meinem Gotte.
Er hörte meine Stimme;
Zur Höhe drang mein Rufen.

Die Erde wankte, schwankte;
Der Berge Gründe bebten.
Sie schreckte Seines Grimms Glut,
Das Rauchen Seines Zornes.
Aus Seinem Mund fraß Feuer,
Entfuhren brennend Kohlen.
Die Himmel senkt' Er nieder,
Auf Wolkendunkel wandelnd.

Von Cherub's Flug getragen,
Schwebt' Er auf Windes Fittig;
Barg Sich in Dunkels Hülle,
Dem Zelt, das rings Ihn abschließt.
Ihn deckten Wolken glanzlos,
Die finstern Himmelswasser;
Durch Sein Gewölk entsandt' Er
Der Kohlen Glut und Hagel.

Gott donnerte im Himmel,
Des Höchsten Stimme dröhnte;
Den Feind Sein Blitzen schreckte.
Vertrieben Seine Pfeile.
Entblößt ward Meeresboden,
Der Erde Gründe sichtbar,
Vor Deinem Dräu'n, Jehova,
Vor Deines Zornes Hauche!

Aus Höh'n streckt' Er die Hand aus,
Zog mich aus großen Wassern,
Entriss dem starken Feind mich,
Den übermächt'gen Hassern.
Am Unheilstag sie nahten,
Doch Gott ward mir zur Stütze,
Auf weiten Plan mich führend,
Mich rettend, weil ich lieb Ihm.

Der Herr belohnt mein Rechttun,
Vergilt mir meine Reinheit;
Denn Seinen Weg bewahrt' ich,
Wich nicht von meinem Gott ab.
Ich hielt mir Sein Gebot vor,
Vergaß nicht Seine Vorschrift,
Mit Ihm unsträflich wandelnd,
Und mich vor Sünde hütend.

Drum lohnt Er mir mein Rechttun,
Die Reinheit meiner Hände.
Denn Du erlösest Dulder,
Erniedrigst hohe Augen.
Du zeigst Dich Güt'gem gütig,
Und gradem Manne grade,
Dem, der sich läutert, lauter,
Und wie verdreht Verkehrtem.

Licht machst Du meine Leuchte;
Mein Gott erhellt mein Dunkel.
Mit Dir durchbrech' ich Wälle,
Ersteige Feindes Mauer.
Denn Gottes Tun ist fehllos,
Und Recht all Seine Wege.
Jehovas Wort ist lauter;
Schild ist Er Seinen Treuen.

Denn Gott ist nur Jehova,
Und unser Gott nur Felsen,
Der mich mit Kraft umgürtet,
Und meine Wege ebnet,
Der hirschschnell meinen Fuß macht,
Auf meine Höh'n mich stellet,
Der meine Hände Krieg lehrt,
Zu spannen Bogen ehern.

Du gabst mir Deines Heils Schild,
Und Deine Hilfe hob mich;
Du schafftest meinem Schritt Raum,
Nicht wankten meine Knöchel.
Ich will den Feind ereilen,
Nicht ruhn, bis ich vertilgt ihn;
Zerschmettert bleib' er liegen,
Fall' unter meinen Füßen!

Du rüstest mich mit Kraft aus,
Beugst meine Widersacher,
Machst, dass vor mir der Feind flieht,
Ich meine Hasser tilge.
Sie schrei'n, doch fern bleibt Hilfe,
Zum Herrn, doch nicht erhört Er.
Ich feg' sie weg wie Kehricht,
Wie Staub, verweht im Winde.

Aus Kampf hast Du befreit mich,
Erhöht vor meinen Drängern,
um Haupt gesetzt den Heiden,
Zum Herrscher fernen Völkern.
Mir schmeicheln fremde, heucheln,
Gehorsam meinem Worte;
Der fremde Söhne zagen,
Und fliehn aus Burgen, zitternd.

Gelobt sei meines Heils Gott,
Mein Felsen, der Lebend'ge,
Der Rache mir gewährt hat,
Und Völker unterworfen!
Du hast vom Feind befreit mich,
Errettet vom Gewaltmann;
Drum sing' ich Dir, Jehova,
Rühm' Völkern Deinen Namen.